BRUNO DE ALMEIDA
Crossing Bodies, Crossing Boundaries
Mischtechnik auf Papier, 90 cm x 400 cm
Nachdem ich Brüssel gemeinsam mit 43 weiteren Kunstschaffenden aus 14 europäischen Ländern intensiv erlebt hatte, kehrte ich nach Portugal zurück, um eine künstlerische Praxis zu erarbeiten, mit der die verschiedenen Beziehungen und Konflikte nachgebildet werden können, die unseren Alltag prägen.
Das Resultat dieser Entwicklung war ein gemeinschaftlicher Zeichenworkshop, in dessen Rahmen eine Antwort auf folgende Frage gesucht werden sollte: „Ist es noch möglich, Vorstellungen von Formen des Zusammenlebens zu entwickeln?“
Durch diese künstlerische Praxis haben Teilnehmende aus unterschiedlichen Kulturen und Ländern, die in der Stadt Porto leben, mithilfe von Papier Beziehungen aufgebaut und Verhandlungen miteinander geführt und so die Vorstellungen von Grenzen zwischen Individuen und Kollektiv reflektiert und aufgeweicht. Der kreative Prozess regte sie zum kritischen Nachdenken darüber an, wie die künstlerische Praxis die Demokratie stützen kann, indem sie das Zusammenleben in einem pluralistischen Umfeld beleuchtet.
Durch das Zeichnen konnten die Teilnehmenden Möglichkeiten zur Stärkung der Demokratie erproben, indem sie einer Beziehungsübung ausgesetzt waren, die die Aufrechterhaltung eines individuellen Plans im Dienste der Gemeinschaft erfordert und so die Bedeutung der politischen Teilhabe jedes Einzelnen in einer demokratischen Gesellschaft widerspiegelt.
Das Zeichnen stellt einen Akt des Verhandelns dar, bei dem man lernt, mit bestehenden Linien zu arbeiten, die das Papier durchqueren und durch die entweder eine Trennung herbeigeführt oder eine Verbindung hergestellt werden kann. Aufgrund der Beteiligung unterschiedlicher Gruppen an dieser künstlerischen Praxis treten beim gemeinsamen Zeichnen Spannungen zwischen den Teilnehmenden zutage, ohne dass bestehende individuelle Eigenschaften verloren gehen. Diese künstlerische Praxis, durch die kritisches Nachdenken und kreativer Ausdruck ermöglicht werden, unterstreicht die Notwendigkeit, die Fähigkeit zum Zusammenleben in demokratischen Kontexten zu stärken, in denen die Meinungsfreiheit ein wichtiger Aspekt ist.
Anhand dieser künstlerischen Praxis, die mit den Mitteln des Zeichnens und der Vorstellungskraft umgesetzt wird, kann gezeigt werden, dass es möglich ist, Vorstellungen von Formen des Zusammenlebens zu entwickeln und diese zu erschaffen. Indem unterschiedliche Menschen auf diese Weise in einem gemeinsamen kreativen Gestaltungsprozess zusammengebracht werden, werden konkrete Schritte für die Schaffung inklusiver Räume vorgeschlagen.
Teilgenommen haben:
Abner Samuel Godinho Firmino, Ana Sofia Lopes, Danilo Dante, Daniela Gomes, Francisco Pereira, Gustavo Borges Mariano, Laura Oliveira, Leonardo Campos, Luana Oliveira, Marcela Pedersen, Melina Scheurmann, Natália Fernandes, Nurian Brandão, Rafael Campos, René Gaertner, Rosinda Casais, Shanaia de Sousa, Sylvia Pereira, Thiago Franco, Thamirys Vitória Hora Almeida.