Ausstellung im Rahmen der zyprischen Präsidentschaft
01 Jan 2026 - 26 Jun 2026
Ausstellung im Rahmen der zyprischen Präsidentschaft
Seit Januar 2026 ist im dritten Stock des Spinelli-Gebäudes (Zone G) eine neue Ausstellung zur zyprischen Präsidentschaft zu sehen. Sie präsentiert eine Serie von Fotografien von Andros Efstathiou sowie Werke aus der Sammlung zeitgenössischer Kunst des Europäischen Parlaments.
Die Ausstellung Nicosia International Airport vereint die fotografischen Arbeiten von Andros Efstathiou mit den digitalen Drucken von Maria Leonidou in einem Dialog über Erinnerung, Abwesenheit und eine ungelöste Geschichte.
Im Zentrum der Ausstellung steht der verlassene internationale Flughafen von Nikosia – einst das wichtigste Tor Zyperns zur Welt, seit 1974 eingefroren in der von den Vereinten Nationen kontrollierten Todeszone. Durch eine Reihe sorgfältig inszenierter Fotografien verwandelt Efstathiou diesen ruinösen Ort in einen lebendigen Raum des Gedenkens. Figuren in historischen Uniformen bevölkern das Terminal wie schwebende Zeugen, die die letzten Momente vor der Teilung der Insel heraufbeschwören und das psychologische Gewicht von Warten, Verlust und Stille einfangen. Der Flughafen ist nicht länger bloße Architektur, sondern wird zur Metapher für einen Konflikt, der politisch wie emotional weiterhin ungelöst ist.
Leonidous skulpturale Arbeiten, bestehend aus fragmentierten und nur teilweise geformten Körpern, erweitern diese Reflexion in den dreidimensionalen Raum. Ihre Auseinandersetzung mit dem „Anderen“ sowie mit verlassenen oder vernachlässigten Orten betont Präsenz statt Leere. Abwesenheit ist hier nicht passiv, sondern aufgeladen, politisch und fordert Anerkennung ein. Ihre Formen spiegeln die Brüche der Geschichte wider und lassen zugleich die Möglichkeit von Verbindung und Neukonfiguration erkennen.
Gemeinsam widersetzen sich die Werke Nostalgie und bloßer Dokumentation. Stattdessen laden sie die Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich zwischen Realität und Symbolik, persönlicher Erinnerung und kollektiver Geschichte zu bewegen. Für jene, die die Ereignisse von 1974 erlebt haben, bietet die Ausstellung Raum für Reflexion und Anerkennung; für jüngere Generationen wirkt sie wie eine Zeitmaschine, die ein zentrales Kapitel der jüngeren Geschichte Zyperns reaktiviert und fragt, wie es die Gegenwart weiterhin prägt.
Die Ausstellung läuft bis zum 26. Juni 2026.
Sehen Sie die Broschüre hier