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ILIYANA GRIGOROVA

Changemakers (2024)

Cyanotype

27 Teile in A4-Rahmen (je 29,7 x 21 cm): 26 Porträts und ein Spiegel

„Entscheidungen? Die Scheidepunkte, an denen sich die Ausrichtung unseres Lebens bestimmt, bilden den Kern unseres Wesens. Wir sind eine Projektion, ein Spiegelbild unserer eigenen Entscheidungen. Diese Projektion, dieses Spiegelbild verkörpert den Wandel, in dem wir uns stetig befinden. In den Porträts können wir die bereits getroffenen Entscheidungen erkennen, und wir können erahnen, welche Entscheidungen noch zu treffen sein werden. Wir können das Zusammenspiel von Entscheidungen und Veränderungen, das jedes einzelne Porträt prägt, betrachten und begreifen. Die Porträts stehen für Veränderung, die Zukunft und die Entscheidungen, die wir treffen. In den Augen einer jeden dargestellten Person können wir deren Entscheidungen erkennen.

Diese Arbeit wurde durch einen einwöchigen Aufenthalt in Brüssel angeregt, in dessen Rahmen wir gemeinsam mit 43 anderen Kunstschaffenden aus verschiedenen Ländern Diskussionen über die EU, ihren Einfluss auf unsere Leben und die bevorstehende Wahl zum Europäischen Parlament führten. Während die 27 Porträts für die Anzahl der Mitgliedstaaten der EU stehen, lädt der Spiegel inmitten der Porträts die Betrachterin bzw. den Betrachter dazu ein, selbst zu einer bzw. einem der ‚Changemaker‘ zu werden.

Die Porträts wurden mithilfe des fotografischen Verfahrens der Zyanotypie gedruckt, einer Technik, die im Jahr 1842 entwickelt wurde. Zunächst eingesetzt, um architektonische Zeichnungen zu kopieren, wurde das erste Buch mit fotografischen Abbildungen (Anna Atkins‘ botanischer Bildband) mithilfe dieser Technik hergestellt. Dabei wird eine Eisensalze enthaltende Emulsion auf Papier aufgetragen, das somit lichtempfindlich wird. Ein Negativ wird dann auf die getränkte Oberfläche aufgebracht, die anschließend für einige Minuten der Sonne ausgesetzt wird. Die Chemikalien reagieren dabei ausschließlich auf die im Sonnenspektrum enthaltenen UV-Strahlen. Um den Belichtungsvorgang zu beenden und das Bild zu fixieren, wird das Blatt schließlich mit Wasser abgespült. Der Sauerstoff im Wasser reagiert auf diese Weise mit den Eisenpartikeln in der Emulsion, und die blaue Farbe entsteht als Nebeneffekt dieser chemischen Reaktion. Die Zyanotypie ist ein umweltfreundliches fotografisches Verfahren, bei dem ein Bild eine Reihe von Veränderungen durchläuft, um schlussendlich seine ‚endgültige‘ Form anzunehmen. Einige der ausgestellten Porträts wurden mit Kurkuma und Kaffee eingefärbt.“