Über Alphonse Nies ist wenig bekannt – doch in der Sammlung zeitgenössischer Kunst des Europäischen Parlaments findet sein Werk genauso Anklang wie das seiner Landsleute. So kommt durch die Wahl, einen Industriestandort in seinem Land auf tragisch-romantische Art zu portraitieren, Nies’ Herangehensweise der ebenso in der Sammlung enthaltenen Usine à gaz von Jean-Pierre Thilmany gleich. Die Perspektive in flachem Winkel über die hoch aufragende Industriebaute, der überwältigende Rauch und die schrittweise verschwimmende Linien vermitteln eine ähnliche Empfindung von unausweichlicher Präsenz eines Standortes, der die geografische Hierarchie der Region neu definiert und umstrukturiert hatte. Der Kontrast zur Vegetation im Werk von Nies betont das Gefühl, dass die Fabrik nicht zur Nachbarschaft gehört, sondern sie erdrückt.