Pawl Carbonaro, der nach eigener Aussage in der Werkstatt seines Vaters aufwuchs, war seit seiner Kindheit von einer künstlerischen und kreativen Atmosphäre umgeben. Kein Wunder also, dass er zu einem der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Maltas geworden ist und eine Ära des Modernismus zu einer Zeit mitbegründet hat, als die nationale Kulturlandschaft dringend einer Erneuerung bedurfte.
Nachdem er in seiner Jugend von seinem Vater unterrichtet worden war und sein Studium an der örtlichen Kunstakademie nach nur drei enttäuschenden Monaten abgebrochen hatte, schrieb sich Carbonaro an der Accademia di Belle Arti in Florenz ein (1974–1979), wozu er jedoch seine Anstellung bei einer Bank kündigen musste, mit der er bislang seine künstlerische Tätigkeit finanziert hatte. Dies war ein riskanter Schritt, denn in Italien herrschte zu jener Zeit die Angst vor der anarchistischen Gruppe der Roten Brigaden und ihrer Kriegstaktik. Sein Abschluss und der Tod seines Vaters brachten Carbonaro zurück auf die Insel, wo er um seinen geliebten Vater und Mentor trauerte.
In seinem Herzen ist Carbonaro immer ein Landschaftsmaler und Radierer geblieben, und so spielte die Natur stets eine Rolle in seinem Werk, auch wenn er sich mit der Zeit hin zur Abstraktion entwickelte. Je mehr Carbonaros Œuvre an Figürlichkeit verliert, desto leichter lässt sich der Übergang von der Organik des Motivs zur Gestik beobachten; die Striche gewinnen an Intensität, Selbstvertrauen und Ausdruckskraft. Eine gestörte Erde oder ein aufgewühltes Meer sind stets Teil seines abstrakten Vokabulars. Es ist, als ob Cézannes inspirierte Unbeständigkeit in seinen frühen Landschaften in sich selbst zusammengebrochen wäre und ungeordnete Muster hinterlassen hätte, die keinen gegenständlichen Sinn mehr vermitteln. Die natürliche Stimmung bleibt dank der vom Künstler gewählten Farbpalette erhalten, die von leuchtend erdigen Tönen bis hin zu tiefen Meerestönen reicht.