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Toshihiro HAMANO


(1937)

Toshihiro Hamano wurde 1937 in Takamatsu, Japan, geboren. Als Absolvent der Tama Art University machte er sich schnell einen Namen als Grafikdesigner, Bildhauer und Maler. Da er an Kontakt und Übertragung glaubt, gründete er 1971 die zeitgenössische Kunstgruppe Ryu, eine künstlerische Gruppe, die eine Brücke zwischen der östlichen und der westlichen Kultur schlagen und durch Dialog gegenseitiges Verständnis fördern will. Die Zen-Philosophie durchdringt Hamanos Kunst, insbesondere der Ausdruck „fuji-ichinyo“, der die Idee ausdrückt, dass zwei Dinge, die sich scheinbar widersprechen, in Wirklichkeit ein und dasselbe sind. So werden Tradition und Moderne, das Eigene und das Fremde, West und Ost mit der Suggestion einer idealen Zukunftsform zusammengebracht: „die Schönheit des Wohlwollens“. Eines von Hamanos Lebenswerken ist The Illustrated Life of Prince Shōtoku. Die historische Figur spielte eine zentrale Rolle bei der Verbreitung des Buddhismus (sowie der chinesisch inspirierten Schrift und Regierungsstrukturen) in Japan. Die Geschichte des Prinzen (574–622 n. Chr.), die japanische Künstler seit dem 8. Jahrhundert n. Chr. inspiriert hat, wird in Form von Tafeln dargestellt, auf denen die vier Jahreszeiten abgebildet sind. Die japanische Regierung schenkte der Kunstsammlung des Europäischen Parlaments im Jahr 2008 eine „Frühlingstafel“. Hamanos berühmteste Umsetzung dieser Geschichte sind die kolossalen vier Tafeln, die vom Oberhaupt des buddhistischen Klosters Chugu-Ji, Hinonishi Koson, in Auftrag gegeben wurden, um den neu errichteten Kyuwa-den-Pavillon des Heiligtums zu schmücken. Die Tafeln bestehen aus Goldmotiven vor schwarzem Hintergrund, verwenden die Maki-e-Technik, die aus einer mit Goldpulver überzogenen Lackoberfläche besteht, und illustrieren 70 berühmte Episoden aus dem Leben des legendären Fürsten Shōtoku. Jede Episode ist mit einem unterschiedlich großen Kreis umrahmt. Pflanzen, Blumen und Bäume, die sich im Laufe der vier Jahreszeiten verändern, sind entlang eines breiten Baches angeordnet, der von einem Ende zum anderen verläuft und an Motive im Stil von „Rinpa“ erinnert. Dieses monumentale Werk wurde der Öffentlichkeit im Chugu-Ji im Jahr 2010 zur Feier des 1 300-jährigen Bestehens von Japans ehemaliger Hauptstadt Nara und erneut im Jahr 2019 anlässlich der Inthronisierung des neuen Kaisers präsentiert. Im Jahr 2021 erlaubte der Chugu-Ji-Tempel, das Kunstwerk zum ersten Mal im Ausland auszustellen, und zwar in Nantes zum Gedenken an den 1 400. Todestag von Prinz Shōtoku, zusammen mit einer Auswahl neuerer Werke von Hamano. Die Ausstellung wanderte anschließend durch verschiedene Institutionen in Frankreich.

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