Vilmantas Marcinkevičius wurde 1969 in Kaunas geboren. Er studierte in der Zeit der Auflösung der Sowjetunion an der Kunstakademie Vilnius (1989–1995) und machte sich als künftiger Künstler mit seinem starken Interesse an persönlichen Geschichten einen Namen in der Kunstszene.
Der Expressionismus, der extrem introspektive und emotionale Neueditionen innerer psychologischer Zustände ermöglichte, erschien als natürliche Wahl und Lösung. Die menschliche Gestalt, die sowohl im Expressionismus als auch im Post-Expressionismus im Mittelpunkt steht, ist auch unter Marcinkevičius’ einmal mehr äußerst präsent. Ohne sich viel um anatomische Darstellungen zu kümmern oder zu sorgen, werden Körper ausgedehnt, zusammengezogen und verzerrt, um innere Vorgänge besser vermitteln zu können.
Die Farbwahl betont die Wahl der Darstellung. Während jedoch expressionistische Figuren eher durch stille, im Allgemeinen homogene Töne dargestellt werden, schaut Marcinkevičius in der Kunstgeschichte etwas weiter zurück und wählt die von den Impressionisten entwickelten komplementären Systeme. Gerade die Kombination aus Hellblau und Gelb bzw. Orange findet ihren Weg in das Werk des Künstlers.
Durch unruhige Formen und lebendige Farben stellt Marcinkevičius dem Betrachter unangenehme Fragen über Geschichte, Nation, Staat und Individuum oder auch den Preis politischer, wirtschaftlicher und persönlicher Siege und Niederlagen. Doch obwohl all diese Fragen aufgeworfen werden, bleiben die Fragezeichen, da der Künstler dem Betrachter nie eine Antwort bietet.
Diese wunderschöne Talent der Zweideutigkeit verschaffte dem Künstler einen geachteten Ruf als Porträtmaler. Unter anderem malte Marcinkevičius folgende politische und bekannte Persönlichkeiten:
Peter Møller, Inhaber der Eisengießerei Morsø, Dänemark (2007); Leif Davidsen, Autor, Dänemark (2006); Britta Duelund, Bürgermeisterin von Faaborg, Dänemark (2006); Prinzessin Alexandra und Prinz Joachim von Dänemark (2004); Peter Kirstein, Professor am University College London, England (2004); Steffen Andreasen, Bürgermeister von Tjele, Dänemark (2002).
Zu seinen zahlreichen Projekten und Auszeichnungen gehören u. a.:
Gewinner des Saatchi Showdown, London (UK), 2009; „Neopopart“ am Kunstzentrum Studentų meno centras, 2006; BITE Art Space, Organisator und Teilnehmer, 2005; Künstler des Jahres, Galerija Vartai, Vilnius (Litauen), 2005; Preis der Tageszeitung Lietuvos rytas (Litauen), 2004; Sonderpreis, X. Baltic Triennial, Vilnius (Litauen), 2004; Künstler des Jahres, LAATGA-Preis, Vilnius (Litauen), 2001; Künstler des Jahres, Preis der Stadt Viborg (Dänemark), 2000; Zweiter Preis, Kunstwettbewerb der Hermis Bank, Vilnius (Litauen), 1998.