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Hémicycle Strasbourg

Hémicycle Strasbourg © EP 2021

Niederlande, 1987

Öl auf Holz, 96 x 194 cm

? vom Künstler gespendet


Der Werdegang von John Goudie Lynch ist repräsentativ für den kulturellen Reichtum des europäischen Projekts. Er studierte an der Glasgow School of Art (1964–1968) und unterrichtete dann Kunst an der Internationalen Schule in Amsterdam, bevor er nach Frankreich zog, um dort zu leben und zu schaffen. Auf den ersten Blick könnte Lynches Arbeit als einfache beschreibende Portraitmalerei zeitgenössischer Figuren und Zeiten eingestuft werden. Bei näherer Betrachtung hingegen stellt man die leicht verzerrte Haltung, die ungleichmäßigen Proportionen, den starken und manchmal fremdartigen Ausdruck der Dargestellten und die surreale Situation, in der sie sich befinden, fest. Manche davon treffen sogar den Blick des Betrachters, indem sie die illusorische Wand der Malerei durchbrechen und mit dem jetzt involvierten Zuschauer interagieren. Somit ist es überraschend, dass in der Sammlung ein so unkonventioneller Ansatz zur Darstellung des parlamentarischen Lebens und Verfahrens dient. Hémicycle Strasbourg – die Schenkung des Künstlers an die Sammlung zeitgenössischer Kunst des Europäischen Parlaments – ist das konventionellste der drei Malereien. Die Szene erfasst die Vielzahl gleichzeitiger Mikroereignisse (geflüsterte Kommentare, unterdrücktes Gähnen, Tagträumerei, Prüfung von Dokumenten und viele andere), die bei einer Sitzung im Plenarsaal zu beobachten sind. Ein Fragment, das eine ganze Institution zusammenfasst.